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Rote PV

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Alle Inhalte von Rote PV

  1. @broncolor In meinem Job sind es eigentlich nur ein paar Looser, welche Kollegen als Konkurrenten betrachten. Anders ist es nur mit "Nicht-Kollegen", die oft für etwas weniger Geld nicht Mal einen Bruchteil der Qualität anbieten. Aber auch hier gibt es natürlich weiß und schwarze Schafe. Und einige Kollegen arbeiten dann sogar "heimlich" mit den weißen Schafen zusammen. Was ich persönlich aber nicht in Ordnung finde, ist halt Wildern, was zu diesem ausgegliederten Thread geführt hatte.
  2. Ich weiß nicht, ob Dir das hilft, aber versucht möglichst viel aus der Zeit zu machen, die ihr habt und weniger über die Zeit nachzudenken, die ihr verlieren werdet. So mache ich dies aktuell auch mit einem Freund, der im Frühling dem Sensenmann von der Schippe gesprungen ist, aber dessen Versuch Lebensqualität gegen Lebenszeit zu tauschen mit einem sehr ungünstigen Wechselkurs quittiert wurde.
  3. Eigentlich wendet man hier das Düsseldorfer Verfahren an, womit die GewSt quasi pauschal erhoben wird. Ich hatte vor Jahren eine Mandantin als Existenzgründerin, die ein Massagestudio eröffnen wollte. Da ich mich damals als Greenhorn durch eine Krankengymnastikpraxis als Mandat für Anbieter von Massagen generell als kompetent hielt, nahm ich dieses Mandat sofort an. Erst durch den "dezenten" Hinweis mit einer Handbewegung wie bei Robert Lembke würde mir dann klar, dass es hier um eine besondere Form der Entspannung ging. Das Mandat habe ich heute noch und ich muss sagen, dass diese Frau mehr vom Geschäft versteht als mancher Möchtegern.
  4. Bei mir war der Wunsch zum Aufstieg vom Arbeitnehmer zum Selbständigen ein Grund seinerzeit aufzuhören. Zwei Raucherpausen pro Tag im Examen können schnell Mal eine Stunde Zeit und damit Punkte kosten, die über Sieg und Niederlage entscheiden können. Mir hat das Buch von Allen Carr (ehemaliger WP) geholfen. Es war mein dritter Anlauf, der Dank dem Buch dann sofort funktioniert hat. Bereits eine Woche nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, störten mich nicht Mal Raucher am selben Tisch. Nicht für jeden Berufswechsel stellt Rauchen wohl ein Problem dar, aber in manchen Job's könnten die Glimmstängel den Umstieg erheblich erschweren.
  5. Wird sofort erledigt Vor zwei Jahren hat bei mir eine Frau angerufen und wollte unbedingt eine Beratung für ihr Start-up. Auch wollte sie einen Businessplan erstellen lassen. Normalerweise nehme ich aus Zeitmangel keine neue Arbeit an, aber die Stimme klang seltsam und die Frau hat sich irgendwie so "Business Talk"-mäßig angehört. Auch klang ihre Stimme nicht nach dem typischen Alter eines Existenzgründers, obwohl sie sich bewusst lässig auszudrücken versuchte. Aus Neugier gab ich ihr also einen Termin und ich war total überrascht als eine rüstige Dame weit jenseits der 70 ins Büro kam. Ihre Geschäftsidee bestand darin, dass sie "älteren" Menschen, also älter als sie selbst, Besorgungen gegen ein Taschengeld erledigen wollte. Da das Taschengeld dann aber wohl wirklich so lächerlich wenig war, dass sie selbst bei Ansatz der Fahrtkostenpauschale ein fettes Minus gemacht hätte (sie wollte die Besorgungen sogar mit dem ÖPNV erledigen) erklärte ich ihr, dass es wohl eher Liebhaberei oder Nachbarschaftshilfe, statt die Gründung eines Start-up's sei. Und das Thema Businessplan war dann auch vom Tisch
  6. Du glaubst nicht wie oft "Markteintrittsbarieren" von Existenzgründern unterschätzt werden. Und neben den durch Gesetze ordentlich geregelten, gibt es sogar teilweise handfeste Auseinandersetzungen um Marktanteile. Und hier ist es nicht nur die Prostitution, sondern selbst Heimlieferdienste, Hausmeisterdienste (Handwerker ohne Meistertitel) und ähnliche Branchen liefern sich hier teilweise tätliche Auseinandersetzungen. Viele Existenzgründunger sind jedenfalls oft ziemlich naiv und wenn ihnen das ganze nach ein paar Jahren "plötzlich" richtig um die Ohren fliegt, tut es dann doppelt weh.
  7. Wo ist dann Dein Problem? Solange Du keinen Berufswechsel zum selbständigen Buchführungshelfer anstrebst, ist doch alles in Butter. Und falls doch, wird Dir hier keiner wegen der Abwerbung, sondern wegen unerlaubter Hilfestellung in Steuersachen den Gar ausmachen. Oder wer macht die UStVA, wer richtet neue Buchhaltungen ein und wer erstellt die Jahresabschlüsse Vom Arbeitnehmer zum Wilderer werden, ist zwar ein Berufswechsel, aber kaum das eigentlich Topic, weshalb die anderen hier zu Recht gelangweilt sind.
  8. Ich habe meinen Kangoo für knapp über 100 EUR beim BGV versichert (Youngtimer). Das ganze läuft ohne SF-Klasse, aber es muss ein Alltagsfahrzeug dort versichert sein (Zweitwagen / Auto der Ehefrau genügt). Es sind 5.000 km vereinbart, die ich Dank Vespa und Fahrrad nicht ganz ausnutze. Kasko war für mich als Laternenparker nicht versicherbar. Meine Vespa habe ich dort auch für 29,- versichert und sobald ich ein Gutachten habe, werde ich hier auch eine Kasko abschließen.
  9. Kunden und Ganoven sind doch oft das Gleiche Unser Job ist es doch aber, die verirrten Seelen wieder auf den Pfad der Tugend zurückzuführen, damit sie nicht in ihrer Gier leichtfertig ihre Existenz verspielen. Im Grunde doch eine lohnenswerte Aufgabe, die auch viele Jobs retten kann.
  10. Jetzt sind wir wieder beim Thema Berufswechsel Was glaubst Du was passiert, wenn bei uns einer "wildert"? Ein missglückter Abwerbeversuch, ein Anruf beim entsprechenden Ansprechpartner der Kammer und eine Existenzgründung endet mit einer Unterlassungsklage und Berufswechsel. Bei der Kammer arbeiten u.a. Juristen, die die Spielregeln streng überwachen. Also nix mit Grauzone Keine Ahnung, wie das in anderen Branchen abläuft, aber einer kann immer die Klappe nicht halten und die Geschichte wird dann teuer.
  11. Zum Thema Hofladen & Co. hat Steuermann hier aus der Praxis offenbar schon ähnliche Fälle wie ich erlebt. Nicht immer, aber häufig wollen Menschen sich "selbst verwirklichen" und eröffnen dann wie in einem "Herzkinofilm" einen Hofladen (Hofladen als Synonym für Cafe, Teeladen oder irgendwas anderes, was sie nicht können, aber gerne tun würden). In der Realität bedeutet hier aber "Mittelmaß" sehr schnell zu wenig, um zu überleben. Wir reden hier ja nicht von Branchen, wo jeder Neueinsteiger automatisch so viel verdient, dass er davon wirklich leben kann. Vielmehr sind es eher die Besten, die damit "überleben" können. Ich will es mal anders ausdrücken. Das Thema Selbstverwirklichung finde ich persönlich absolut bewundernswert. Wenn ich aber Existenzgründer vor mir sitzen habe, die ihre Zukunft durch eine rosarote Brille sehen, aber im Gegenzug keine kaufmännischen Grundkenntnisse mitbringen, bekomme ich schnell ein mulmiges Gefühl. Dafür habe ich hier einfach schon zu viele davon scheitern sehen.
  12. Ich weiß und Du hast natürlich grundsätzlich vollkommen Recht. Wenn ein Bio-Hoflanden genug Geld abwirft, dass man nicht jeden Abend stundenlang wach liegt, weil man nicht weiß wovon man leben soll, kann man auch mit dem Mittelmaß durchaus glücklich werden. Gerade Corona hat hier aber für viele die Karten neu gemischt. Wer mit wenig bisher zufrieden überleben konnte, steht heute mehr denn je vor der Frage, ob er mit noch weniger überhaupt seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Mir ist klar, dass sich so ein Umstieg immer solange gut "anfühlt", wie das Geld reicht. Einkommen ist aber in vielen Berufen eben keine feste Größe und man sollte daher die mögliche Bandbreite nicht ganz aus den Augen verlieren.
  13. Mal ein Frage in die Rund bzw. besonders an die bayerischen Kollegen? Hat einer von Euch am Wochenende Benzin in den Gulli laufen lassen https://www.sueddeutsche.de/bayern/karlstadt-explosion-roller-toiletten-unterfranken-1.5000751 Jedenfalls für alle von uns eine deutliche Warnung, dass wir bei Reparaturen wohl künftig noch vorsichtiger sein sollten, besonders wenn hier Benzin auslaufen könnte.
  14. Kennst Du Kollegen, die als Angestellte ihren Job machen? Bei mir waren es vorallem angestellte Kollegen, die mich unbewusst davon überzeugt haben, dass ich so etwas gar nicht will. Die ganzen neuen Vorschriften verschwinden ja nicht plötzlich, wenn Du in die zweite Reihe gehst. Du musst dann nach wie vor alles befolgen und Dein "künftiger Chef" wird Dir dann genau erklären, welches Detail Du wie penibel beachten musst, auch wenn dann im Zweifel jede Helferin sofort erkennen könnte, dass das eine oder andere praxisfremd ist. Oder anders gesagt gibst Du dann mit der Aufgabe der Freiberuflichkeit auch ein Stück Deiner Freiheit auf, die es Dir heute erlaubt das eine oder andere mit gesundem Augenmaß umzusetzen. An Deiner Stelle würde ich eher den Vorschlag des Kollegen Steuermann überdenken und z.B. eine Kollegin mit kleinen Kindern zeitweise in der Praxis anstellen, die dann vielleicht irgendwann sogar die Praxis komplett übernehmen könnte. Du hättest mehr Zeit für Vespas und in zehn Jahren könntest Du mit dem Verkauf der Praxis noch ein paar Euro gut machen. Wenn das ganze passt, hättest Du außerdem sogar die Chance auf Wunsch das eine oder andere Mal Urlaubs- oder Krankheitsvertretung zu machen bzw. zeitweise Deine alten Patienten zu versorgen und auf diese Weise mitzubekommen, wie es denen im Lauf der Zeit ergangen ist.
  15. Bei mir hat es sogar schon etwas früher angefangen. Irgendwann kommt halt die Phase, wo "Mein Haus, mein Auto, meine Vespa" nicht mehr unser Selbst zu definieren in der Lage ist. Wir erleben vielleicht, wie die Eltern ihr Haus gegen ein betreutes Wohnen tauschen, wir erleben, dass ältere Menschen den Führerschein freiwillig abgeben und was bleibt dann von dem, was uns bisher wichtig war. Wir haben vielleicht bereits ein paar Schäfchen im Trockenen und der eine oder andere nimmt diese Sicherheit zum Anlass einen Berufswechsel anzustreben. Fakt ist aber, dass wir in unseren jetzigen Job tendenziell mehr Zeit investiert haben als uns für ein neuer Job bleiben wird und wir keine zwanzig mehr sind bzw. nicht mehr die Power mitbringen werden im gleichen Tempo wie damals unsere Position in einem neuen Job zu erstreiten. Ein Grund, warum hier zwangsläufig von Lebensqualität oder der Relation zwischen Gehalt und Arbeitszeit gesprochen wird. Denn sind wir mal ehrlich, in einem neuen Job werden wir nur schwerlich ein Mittelmaß überschreiten können oder uns notfalls sogar mit noch weniger begnügen müssen. Es gibt Fälle und Berufswechsel, wo dies nicht so krass sein muss bzw. wo das bisher Erreichte mit in die Waagschale geworfen werden kann. Soll der neue Job aber wirklich zu deutlicher weniger Stress führen, ist der Grad hier finanziell starke Einschnitte hinzunehmen schon schmal. Ich persönlich könnte mir daher mittelfristig eher eine zeitliche Reduktion meines Jobs vorstellen. Der Nachteil wäre aber, dass mir dann wieder die massenhafte praktische Erfahrung in den sich ständig ergebenden Neuerungen fehlen würde bzw. ich mich hier mehr spezialisieren müsste, damit ich den Bereich, den ich fortführe auch wirklich mit viel Erfahrung ausfüllen kann. Der Vorteil wäre aber, dass ich hier eher linear Arbeitszeit und Einkommen im gleichen Umfang verringern könnte. Aber noch fühle ich mich jung genug, um noch einige Jahre im gleichen Tempo mitzuhalten.
  16. Wann die Midlife-Crises einsetzt, dürfte auch eine Frage der inneren Einstellung sein. Ich habe gerade so das Gefühl, dass ich angesichts des im kommenden Jahr anstehenden runden Geburtstags (wir sind meines Wissen fast gleich alt) allmählich wirklich bald die Lebensmitte überschreiten werde. Denn mal ehrlich, bei der mickerigen Rente werde ich es denen heimzahlen und versuchen ein dreistelliges Alter zu erreichen
  17. Es gab mal ein Unternehmen, welches in der "Luftfahrtbranche" ebenfalls sehr erfolgreich war. Aber auch dieses Unternehmen wurde dann irgendwann gezwungen sein Geld auf dem Boden und nicht mehr mit Produkten in der Luft zu verdienen. Ein Mitarbeiter dieses Unternehmens träumte sein Leben lang von Fluggeräten, die ohne Tragflächen bzw. mit einem Rotor fliegen sollten. Das Schicksal meinte es aber nicht gut mit ihm und so machte er aus der Not eine Tugend und entwarf zwei- und dreirädrige Fahrzeuge. Was ich damit sagen will ist, dass jetzt der Zeitpunkt ist, wo es um das wirtschaftliche Überleben geht und somit die Frage was man machen möchte, vor der Frage zurücktreten muss, womit man aktuell seine Brötchen verdienen kann. Kreativität ist daher heute mehr gefragt denn je. Überlege Dir, was Deine Kernkompetenzen sind und überlege dann im zweiten Schritt, was Du mit diesen künftig am Markt anbieten kannst, um damit Umsatz zu generieren. Wenn die Krise sich wieder dem Ende zuneigt, hast Du dann vielleicht die Chance wieder in den Bereich zurückzukehren, wo Du bisher ein viertel Jahrhundert erfolgreich am Markt bestehen konntest.
  18. Vor dieser Frage stehen derzeit viele. Bist Du denn aber noch für einen Nine-to-Five-Job "kompatible"? Davon abgesehen währt nichts ewig und selbst eine Krise ungeahnten Ausmaßes wird irgendwann vorüber sein. Neben dem Übergangsgeld wirst Du vermutlich bald auf den vereinfachten Zugang zur Hilfe für die Existenzsicherung angewiesen sein. Aber auch diese unangenehme Phase wird wohl kaum ewig dauern. Ich kann Deine Situation gut nachvollziehen. Die letzten beiden Monate waren bei mir auch mit meine Schlechtesten seit ich selbständig bin bzw. floss mehr Geld ab als rein kam. Aber bereits diesen Monat haben sich die dunklen Gewitterwolken bereits wieder etwas aufgelockert und ich bin zuversichtlich, dass es selbst nach dem einen oder anderen Rückschlag dennoch wieder langsam bergauf geht. Gegen "Depression" hilft bei mir immer sämtliche monatlichen Belastungen auf ein Minimum zu reduzieren. Natürlich muss man dann im kommenden Jahr wieder vieles nachbezahlen, aber rein psychologisch tut es oft gut, wenn vom Krankenkassenbeitrag bis zu den Steuervorauszahlungen alles auf ein absolutes Minimum herabgesetzt wird. Vielleicht kannst Du auch größere anstehende jährliche Versicherungsprämien auf monatlich umstellen oder mit der Bank über einen Betriebsmittelkredit verhandeln, um die Zeit zu gewinnen, die es braucht um die Krise zu überwinden. Dennoch sprich das Problem in jeden Fall auch mal mit Deinem Steuerberater durch.
  19. Geld ist gefrorene Freiheit. Während meiner Ausbildung habe ich aufs Studium gespart, nach dem Studium für die Fortbildungskosten meines Berufsexamens, dann auf die eigenen vier Wände und damit ich mich mit Familie nicht an mehr "verfügbares Geld" gewöhne, habe ich diesen Monat nahtlos wieder in "graues Gold" investiert. Vermutlich ist bei mir das berufliche Denken so sehr mit den Tiefen meiner Seele verwoben, dass ich meinem Job schon gar nicht mehr entkommen könnte, selbst wenn ich wollte Die Diskussion hier ist wirklich spannend, denn sie zeigt, dass zwar einige die finanziellen Möglichkeiten ihres Jobs sehr wohl zu schätzen wissen, aber den Job selbst doch nicht so sehr lieben, dass sie nicht eher für ein paar Euro weniger lieber was anderes tun würden. Alles im Leben hat seinen Preis und ein Job der Spaß macht, kann im Zweifel auch ein Stück finanzielle Freiheit kosten. Die eigentliche Frage lautet daher wohl, auf wie viel der einzelne zu verzichten bereit ist, um in einen anderen Job zu wechseln, von dem er sich erhofft, dass ihn dieser langfristig glücklicher machen würde.
  20. Stell Dir vor, Du wärst Dein eigener Berater. Was würdest Du Dir dann selbst raten? Ich weiß nicht wo Du ansässig bist, aber bei uns übersteigt die Nachfrage bei weitem das Angebot. Mit anderen Wort kann man es sich sogar fast leisten nur mit "netten Menschen" zusammenzuarbeiten. Unser Fachwissen hat eine Halbwertszeit von einem Jahr oder weniger. Wir haben aber gelernt schnell umzudenken und uns auch effektiv schnell neues Wissen anzueignen. Der Job ist wie ein tägliches Gehirntraining, bei dem man in komplexen Sachverhalten jedes Detail im Blick behalten muss, wenn ein Plan aufgehen soll. Der Grund, warum Du gefühlt zum genügsamen Imker wurdest, war ja wohl nicht der Beruf, sondern wohl eher oder eindeutig ein Berufskollege. Du hast mit Sicherheit ein saftiges Lehrgeld bezahlt und ich bin diesem Schicksal bisher immer nur entgangen, weil ich dieser Form der Zusammenarbeit von Anfang an weit aus dem Weg gegangen bin. Aber Du schreibst auch, dass Du zuvor ein erfolgreicher Broker warst. Wir wissen aber beide, dass Synergieeffekte dem Leverage-Effekt unterliegen. Ob Du das Handtuch wirfst oder jetzt nochmals alleine durchstartest bzw. versuchst mit künftigen Gewinnen das Verlorene wieder wett zu machen, ist sicherlich eine schwere Entscheidung. Wenn es doch aber früher gut lief und es nicht der Job selbst ist, warum willst Du dann den Teil Deines Lebens ändern, der Dir doch hoffentlich auch immer wieder Spaß bereitet hat. Wir sind Lotsen, die stellenweise die großen Pötte über die gesetzlichen und betriebswirtschaftlichen Untiefen manövrieren dürfen und somit dafür sorgen, dass möglichst kein Mann über Board geht. Davon abgesehen gibt es wohl kaum einen Job, wo die Kunden ein derartiges Vertrauensverhältnis zu einem aufbauen. Und jeder Kunde ist anders und jedes Mal tauchen wir mit dem Kunden in eine völlig andere Welt ein. Die Kehrseite ist der Stress durch die Fristen und die ständigen Fortbildungen. Ich würde mich aber jedenfalls freuen, wenn Du dabei bleibst.
  21. Die ganzen Überlegungen hier bezüglich mehr Lebensqualität kann ich bei jedem einzelnen absolut nachvollziehen. Beim Blick aufs große Ganze kommen mir aber Zweifel, wie das wirtschaftlich funktionieren soll. Wenn einzelne für sich Lösungen finden, geht dies in der Bandbreite unter, aber wenn ich mir jetzt vorstelle, dass eine ganze Generation so denken würde, hätte dies wohl andere Auswirkungen als nur lineare Gehaltsminderungen. In meinem Job gilt oft hinter vorgehaltener Hand der Grundsatz, dass jemand der 60 Stunden pro Woche arbeitet auch 50% mehr Erfahrung besitzt als jemand, der nur 40 Stunden im Job ist bzw. dass eine Teilzeitkraft mit 20 Stunden im Zweifel sogar 50% zu wenig Erfahrung mitbringt. Außerdem muss man sich ja in vielen Jobs laufend fortbilden. Hier lohnen sich die Kosten für Vollzeitkräfte mehr als für Teilzeitjobber. In der Verwaltung begegnet man dem Problem bereits damit, dass die Vollzeitkräfte den Teilzeitkräften die Essentials von Fortbildungen nur noch aus zweiter Hand vermitteln, was teilweise zu deutlicher Inkompetenz der Betreffenden führt. Versteht mich jetzt bitte nicht falsch bzw. möchte ich auch für mich nicht ausschießen, dass ich vielleicht in ein paar Jahren ebenfalls meine Arbeitszeiten stärker begrenzen und vielleicht sogar reduzieren werde. Dennoch wollte ich auch mal diesen Gedanken loswerden, weil ich den Eindruck habe, dass wir uns hier gerade wirklich sehr offen miteinander austauschen.
  22. Heute war geil, weil ich den halben Tag für eine kleine Rollertour (ca. 160 km) durch den Nordschwarzwald blau gemacht habe und mich dort auch mit Freunden im Biergarten einer Berghütten am Waldrand getroffen habe. Selbst das Wetter hat bis auf ein paar Regentropfen mitgespielt. Nachtrag: Die Kurven waren mega geil!
  23. Respekt, obwohl ich mich da fast frage wer hier die Gefangenen und wer hier die sind, die privat in Freiheit leben.
  24. Durch meinen Wechsel in die Selbständigkeit vor vielen Jahren, habe ich weniger Geld für mehr Arbeitszeit getauscht, was aber wohl nicht Deine Frage war Aber im Ernst, ich habe wirklich bewusst auf mehr Gehalt verzichtet, um "im" Job die Freiheit zu haben, die mir wichtig ist. Ich kann mir zwischenzeitlich meist aussuchen, für welche Kunden ich arbeite und für welche nicht. Für mich hat dies etwas befreiendes bzw. bin ich halt nicht mehr fremdbestimmt. Wenn der Job grundsätzlich Spaß macht, verliert der Faktor Zeit auch etwas an Bedeutung.
  25. Eigentlich kommen einem doch diese Gedanken meist ab Dezember bis in den Frühling hinein. Und wenn dann alle Altfälle mit erheblicher Verspätung und Zwangsgeldandrohungen abgearbeitet sind, freut man sich doch wieder seines Lebens, obwohl man genau weiß, dass es keine 12 Monate mehr dauert, bevor das Hamsterrad wieder auf Hochtouren dreht. Ich habe noch nie eine Zusammenarbeit mit Kollegen gewagt, verstehe aber gut was Du meinst. Die Halbwertszeit liegt ja leider oft bei 2-3 Jahren und einer zahlt in den meisten Fällen darauf.
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